05.02.2026 / Aus dem Landratsamt, Bürgerinformation

Landrat Fahmüller warnt vor Versorgungslücke in der Frauengesundheit

„Nicht tragbare Situation“ in der Gynäkologie - Fahmüller fordert von der KVB schnelle Lösungen für den Landkreis

 

Nach den Vorkommnissen um einen niedergelassenen Frauenarzt im Landkreis Rottal-Inn hat sich Landrat Fahmüller mit einem Schreiben an die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) gewandt. Die Ereignisse hätten, so der Landrat, nicht nur große Betroffenheit ausgelöst, sondern auch unmittelbare Auswirkungen auf die medizinische Versorgung von Frauen in der Region. In seinem Schreiben an den Vorsitzenden des KVB-Vorstands, Dr. Christian Pfeiffer, fordert der Landrat rasche und konkrete Maßnahmen zur Sicherstellung der gynäkologischen Versorgung.

Landrat Fahmüller erklärt: „Mit großer Bestürzung haben wir in den vergangenen Wochen von den schweren Vorwürfen gegen einen niedergelassenen Frauenarzt aus dem Landkreis Rottal-Inn erfahren.“ Diese Ereignisse hätten den Landkreis schockiert, so Fahmüller weiter, brächten aber „leider auch erhebliche negative Auswirkungen auf die medizinische Versorgungssituation in unserem Landkreis“ mit sich.
Konkret weist der Landrat darauf hin, dass „durch den Wegfall dieses Arztes nun drei gynäkologische Praxisstellen unbesetzt“ seien. Dies führe dazu, „dass nicht nur die betroffenen Patientinnen vor erhebliche Herausforderungen gestellt werden, sondern eine Unterversorgung im Bereich der Frauenheilkunde eingetreten ist“. Die Folgen seien bereits spürbar: „Die Wartezeiten auf Termine bei den verbleibenden Fachärztinnen und Fachärzten haben sich deutlich verlängert“, was insbesondere bei „Vorsorge-, Schwangerschafts- und anderen gynäkologischen Behandlungen eine nicht tragbare Situation darstellt“.
Mit Blick auf den allgemeinen Ärztemangel macht Fahmüller deutlich: „Vor dem Hintergrund des allgemein spürbaren Ärztemangels in Deutschland, der sich insbesondere in ländlichen Räumen wie dem unseren verschärft, können wir es uns nicht leisten, dass Versorgungslücken im sensiblen Bereich der Frauengesundheit länger bestehen bleiben.“

Der Landrat richtet daher eine klare Forderung an die KVB: „Ich fordere Sie eindringlich auf, kurzfristig Möglichkeiten zu prüfen, zusätzliche gynäkologische Kassensitze im Landkreis Rottal-Inn bereitzustellen oder bestehende Zulassungen schneller zu vergeben, um zeitnah neue Niederlassungen zu ermöglichen.“ Zudem müsse die KVB „die Gewinnung und Ansiedlung von Fachärztinnen und Fachärzten für Gynäkologie in unserer Region unterstützen“. Ergänzend regt Fahmüller an: „Prüfen Sie gemeinsam mit uns auch alternative Versorgungsmodelle, um die Versorgungslücken schnellstmöglich zu überbrücken.“
Abschließend unterstreicht der Landrat die besondere Bedeutung des Themas: „Die gesundheitliche Versorgung der Einwohnerinnen unseres Landkreises – insbesondere in so sensiblen Bereichen wie der Gynäkologie – darf nicht gefährdet werden.“ Der Landkreis erkläre sich bereit, „die notwendigen Schritte gemeinsam mit der KVB zu koordinieren und umzusetzen“.

Landrat Fahmüller bittet um „eine zeitnahe Rückmeldung zu den geplanten Maßnahmen“ sowie um „einen konkreten Fahrplan zur Sicherstellung der gynäkologischen Versorgung im Landkreis Rottal-Inn“.