Der neu gestaltete Badeplatz in Ulbering, das Künstlerhaus in Eggenfelden, das Dorffunktionshaus in Roßbach oder der Sportspielpark in Hölsbrunn im Markt Gangkofen – überall im Landkreis sind in den vergangenen Wochen Projekte fertiggestellt worden, die mit LEADER-Mitteln gefördert werden. Noch sind Mittel in der aktuellen Förderperiode verfügbar, und Projekte können gemeldet werden.
LEADER ist das Förderprogramm der Europäischen Union zur Entwicklung des ländlichen Raums. Die Mittel kommen aus dem EU-Agrarhaushalt und werden in Bayern durch Landesmittel ergänzt. Welche Projekte eine Förderung erhalten, entscheidet vor Ort die Lokale Aktionsgruppe (LAG). In der aktuellen Förderperiode 2023 bis 2027 stehen der LAG Rottal-Inn knapp zwei Millionen Euro Fördermittel zur Verfügung. Der größte Teil davon ist bereits für konkrete Projekte gebunden. Über die verbleibenden rund 140.000 Euro muss der LAG-Steuerkreis spätestens im Januar 2027 entscheiden. Nicht eingesetzte Mittel fließen anschließend in einen bayernweiten Topf zurück. Ob und unter welchen Voraussetzungen auf diese Mittel später noch zugegriffen werden kann, ist derzeit noch nicht bekannt. LAG-Vorsitzender Alfons Sittinger rät deshalb, geplante Vorhaben nicht auf die lange Bank zu schieben: „Wer eine gute Idee für die Region hat, sollte sich möglichst bald an die LEADER-Geschäftsstelle im Landratsamt wenden.“
Noch ist offen, wie die Europäische Union LEADER nach 2027 gestalten und finanziell ausstatten wird. Sittinger betont deshalb, dass gerade die breite Ausrichtung von LEADER erhalten bleiben müsse: Das Programm solle weiterhin verschiedene Bereiche des ländlichen Lebens miteinander verbinden. Gerade die breite Ausrichtung mache das Programm für die Regionen so wertvoll.
LEADER sei in vielen ländlichen Regionen eine wichtige Verbindung zwischen der europäischen Ebene und den Menschen vor Ort. Hinter den Projekten stünden meist kleine Gemeinden, Vereine und ehrenamtlich engagierte Menschen, die eigene Ideen entwickelten und Verantwortung für ihre Region übernähmen. Wenn der Anteil der EU-Förderung deutlich sinke, müssten diese Akteure einen wesentlich größeren Teil der Kosten selbst finanzieren. Gerade für kleinere Gemeinden und ehrenamtliche Träger sei das häufig nicht zu leisten.
„LEADER muss ganzheitlich bleiben, flächendeckend zur Verfügung stehen und auch für kleinere Gemeinden, Vereine und ehrenamtliche Initiativen finanziell machbar sein“, lautet deshalb Sittingers Forderung.
BU: Vor Ort berichtet Bürgermeisterin Christine Moser (rechts) LAG-Vorsitzendem Alfons Sittinger und LAG-Managerin Inge Hitzenberger von den erfreulichen ersten Wochen seit der Eröffnung des neuen Badeplatzes in Ulbering.